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Kritik an MLP-Produkten gesucht


Autor: rv.wgt@firemail.de (Michael Steinhauser) (2004-07-10 09:50:26)

Hallo,
erst mal vorweg: In Finanzsachen bin ich nicht besonders fit....
Ich bin Informatik-Student und werde voraussichtlich mitte nächsten
Jahres fertig sein. Wie so vielen Studenten erging es auch mir so dass
ich eines Tages 2 Stunden lange in die Fängen einer MLP-Beraterin
geriet. Grundsätzlich ging es in der Beratung um Altersvorsorge, BUV
und Immobilienfinanzierung, letzteres weil ich zusammen mit meinem
Lebenspartner ein Eigenheim in Planung habe.

Nach einem eigentlich recht informativen und kompetent wirkenden
Gespräch wurde ich mit dem Glauben entlassen dass MLP rein nur
vermittelt, und zwar "unabhängig". Jedenfalls bekam ich dann eine
Woche später zwei Produktangebote zugesandt:

1. MLP bestpartner classic Rentenversicherung (kapitalbildende RV)
2. MLP bestpartner topinvest FLV (fondsgebundene LV)
...beide inklusive BUV, vermindertem Anfangsbetrag und jährlich 10%
progressiver Dynamik

Nun wollte ich einfach mal fragen wer von diesen Produkten eine Ahnung
hat, ob sie was taugen oder wo der Haken ist. Zumindest wurde das Wort
"Lebensversicherung" in der Beratung nicht erwähnt was mich nun schon
sehr irritiert. Die mitgesendeten Vorabverträge sind darüberhinaus
sehr verwirrend gestaltet. Die kapitalbildende RV mit BUV scheint
schrott zu sein, die FLV zur Immobilienfinanzierung könnte eventuell
was taugen. Mir wurde während der Beratung eben wärmstens ans Herz
gelegt das alles noch 2004 zu handeln, weil bei Verträgen ab 2005 ja
eine Besteuerung bei Auszahlung fällig wird. Gilt das eigentlich nur
für LVs und kapitalbildende RVs oder grundsätzlich für alles
Vermögensbildende?

Man hört von MLP immer wieder mal düstere Geschichten was ein
schlechtes Licht auf den Verein wirft. Mir geht es im Moment nicht
primär darum herauszufinden welche Vorsorge für mich richtig ist,
sondern eher um Fragen und Kritik für/zu den genannten Produkten. Ich
bin auf jeden Fall sehr skeptisch und will mich in der nächsten
Beratung in 3 Tagen zumindest etwas "Vorbereiteter" fühlen.

Grüsse, Michael

Autor: me@privacy.net (Chris Molte) (2004-07-10 19:39:00)

Hallo Michael Steinhauser ,

> geriet. Grundsätzlich ging es in der Beratung um Altersvorsorge, BUV
> und Immobilienfinanzierung, letzteres weil ich zusammen mit meinem
> Lebenspartner ein Eigenheim in Planung habe.

also vermutlich Lebensversicherungen in irgendeiner Form:-)

> 1. MLP bestpartner classic Rentenversicherung (kapitalbildende RV)
> 2. MLP bestpartner topinvest FLV (fondsgebundene LV)
> ...beide inklusive BUV, vermindertem Anfangsbetrag und jährlich 10%
> progressiver Dynamik
aha, und jedes Jahr dynamik bedeutet imho, es ist jedes Jahr ein neuer
Vertrag, und es wird jedes Jahr teurer. Lass mich raten: Monatsbeitraege
um 160EUR oder hoeher?

> Nun wollte ich einfach mal fragen wer von diesen Produkten eine Ahnung
> hat, ob sie was taugen oder wo der Haken ist. Zumindest wurde das Wort
von diesen Produkten direkt nicht, aber mir bot man vom AWD vor einiger
Zeit aehnliches an. Danach hatte ich einen "Freund" weniger.

> "Lebensversicherung" in der Beratung nicht erwähnt was mich nun schon
> sehr irritiert. Die mitgesendeten Vorabverträge sind darüberhinaus
> sehr verwirrend gestaltet. Die kapitalbildende RV mit BUV scheint
> schrott zu sein, die FLV zur Immobilienfinanzierung könnte eventuell
> was taugen. Mir wurde während der Beratung eben wärmstens ans Herz
> gelegt das alles noch 2004 zu handeln, weil bei Verträgen ab 2005 ja
> eine Besteuerung bei Auszahlung fällig wird. Gilt das eigentlich nur
> für LVs und kapitalbildende RVs oder grundsätzlich für alles
> Vermögensbildende?

Steuern auf ausgeschuettete Gewinne oder Zinsen gibts bei anderen Sachen
schon immer, wenn der Freibetrag/Jahr ueberschritten wurde. Bei der LV
soll das jetzt als nachgelagerte Besteuerung bei Auszahlung eingefuehrt
werden. Schliesslich werden da ja auch Zinsen gezahlt.

Spekulationsgewinne nach mehr als 1 Jahr sind aber steuerfrei (Also wenn
Deine Fondsanteile/Aktien im Wert sehr gestiegen sind und Du sie nach mehr
als einem Jahr nach Erwerb wieder verkaufst).

Allgemein: Ueberleg Dir, was Du brauchst. Eine RisikoLV incl. BU gibts
fuer wenig Geld (in jungen Jahren schon um 20 EUR pro Monat, schau mal auf
den Homepage des BundDerVersicherten nach, da gibts Tips massig), zur
Absicherung des Risikos.

Und den Rest der Monatsbeitraege fuer die Dir angebotenen Produkte kannst
Du dann auch in Fondssparplaene Deiner eigenen Wahl stecken, ohne
Kapitalbildung und Absicherung zu vermischen.

Hat auch den Vorteil, selbst wenn Du kein Geld fuers Sparen hast, die paar
EUR fuer die Absicherung lassen sich meistens noch aufbringen. Eine
vorzeitig gekuendigte KLV oder RLV geht meist richtig ins Geld. Deine
eigenen Fondsanteile kannst Du immer zum aktuellen Kurs verkaufen.

Ohne fixes Einkommen monatlich wuerde ich mich auf jedenfall nie mit
solchen Vertraegen knebeln lassen (ich geh mal davon aus, dass trifft bei
Dir als Student noch zu). Vergiss die Panikmache mit der Steuer ab 2005,
es gibt genug andere Anlagen, die mehr Rendite bringen als LV, und das
auch versteuert.



Chris

Autor: me@privacy.net (Chris Molte) (2004-07-10 19:39:00)


Autor: me@privacy.net (Chris Molte) (2004-07-10 19:39:00)

Hallo Michael Steinhauser ,

> geriet. Grundsätzlich ging es in der Beratung um Altersvorsorge, BUV
> und Immobilienfinanzierung, letzteres weil ich zusammen mit meinem
> Lebenspartner ein Eigenheim in Planung habe.

also vermutlich Lebensversicherungen in irgendeiner Form:-)

> 1. MLP bestpartner classic Rentenversicherung (kapitalbildende RV)
> 2. MLP bestpartner topinvest FLV (fondsgebundene LV)
> ...beide inklusive BUV, vermindertem Anfangsbetrag und jährlich 10%
> progressiver Dynamik
aha, und jedes Jahr dynamik bedeutet imho, es ist jedes Jahr ein neuer
Vertrag, und es wird jedes Jahr teurer. Lass mich raten: Monatsbeitraege
um 160EUR oder hoeher?

> Nun wollte ich einfach mal fragen wer von diesen Produkten eine Ahnung
> hat, ob sie was taugen oder wo der Haken ist. Zumindest wurde das Wort
von diesen Produkten direkt nicht, aber mir bot man vom AWD vor einiger
Zeit aehnliches an. Danach hatte ich einen "Freund" weniger.

> "Lebensversicherung" in der Beratung nicht erwähnt was mich nun schon
> sehr irritiert. Die mitgesendeten Vorabverträge sind darüberhinaus
> sehr verwirrend gestaltet. Die kapitalbildende RV mit BUV scheint
> schrott zu sein, die FLV zur Immobilienfinanzierung könnte eventuell
> was taugen. Mir wurde während der Beratung eben wärmstens ans Herz
> gelegt das alles noch 2004 zu handeln, weil bei Verträgen ab 2005 ja
> eine Besteuerung bei Auszahlung fällig wird. Gilt das eigentlich nur
> für LVs und kapitalbildende RVs oder grundsätzlich für alles
> Vermögensbildende?

Steuern auf ausgeschuettete Gewinne oder Zinsen gibts bei anderen Sachen
schon immer, wenn der Freibetrag/Jahr ueberschritten wurde. Bei der LV
soll das jetzt als nachgelagerte Besteuerung bei Auszahlung eingefuehrt
werden. Schliesslich werden da ja auch Zinsen gezahlt.

Spekulationsgewinne nach mehr als 1 Jahr sind aber steuerfrei (Also wenn
Deine Fondsanteile/Aktien im Wert sehr gestiegen sind und Du sie nach mehr
als einem Jahr nach Erwerb wieder verkaufst).

Allgemein: Ueberleg Dir, was Du brauchst. Eine RisikoLV incl. BU gibts
fuer wenig Geld (in jungen Jahren schon um 20 EUR pro Monat, schau mal auf
den Homepage des BundDerVersicherten nach, da gibts Tips massig), zur
Absicherung des Risikos.

Und den Rest der Monatsbeitraege fuer die Dir angebotenen Produkte kannst
Du dann auch in Fondssparplaene Deiner eigenen Wahl stecken, ohne
Kapitalbildung und Absicherung zu vermischen.

Hat auch den Vorteil, selbst wenn Du kein Geld fuers Sparen hast, die paar
EUR fuer die Absicherung lassen sich meistens noch aufbringen. Eine
vorzeitig gekuendigte KLV oder RLV geht meist richtig ins Geld. Deine
eigenen Fondsanteile kannst Du immer zum aktuellen Kurs verkaufen.

Ohne fixes Einkommen monatlich wuerde ich mich auf jedenfall nie mit
solchen Vertraegen knebeln lassen (ich geh mal davon aus, dass trifft bei
Dir als Student noch zu). Vergiss die Panikmache mit der Steuer ab 2005,
es gibt genug andere Anlagen, die mehr Rendite bringen als LV, und das
auch versteuert.



Chris

Autor: Martin Gerdes (2004-07-10 18:00:13)

rv.wgt@firemail.de (Michael Steinhauser) () schrieb:

>erst mal vorweg: In Finanzsachen bin ich nicht besonders fit....
>Ich bin Informatik-Student und werde voraussichtlich mitte nächsten
>Jahres fertig sein. Wie so vielen Studenten erging es auch mir so dass
>ich eines Tages 2 Stunden lange in die Fängen einer MLP-Beraterin
>geriet. Grundsätzlich ging es in der Beratung um Altersvorsorge, BUV
>und Immobilienfinanzierung, letzteres weil ich zusammen mit meinem
>Lebenspartner ein Eigenheim in Planung habe.

Berufsanfänger (Informatiker zumal) und Eigenheim beißt sich etwas.

>Nach einem eigentlich recht informativen und kompetent wirkenden
>Gespräch

Logisch, das sind schließlich Profis.

>wurde ich mit dem Glauben entlassen dass MLP rein nur vermittelt,
>und zwar "unabhängig". Jedenfalls bekam ich dann eine Woche
>später zwei Produktangebote zugesandt:

>1. MLP bestpartner classic Rentenversicherung (kapitalbildende RV)
>2. MLP bestpartner topinvest FLV (fondsgebundene LV)
>...beide inklusive BUV, vermindertem Anfangsbetrag und jährlich 10%
>progressiver Dynamik

>Nun wollte ich einfach mal fragen, wer von diesen Produkten eine Ahnung
>hat, ob sie was taugen oder wo der Haken ist.

Du bist gerade dabei, anzubeißen.

>Zumindest wurde das Wort "Lebensversicherung" in der Beratung nicht
>erwähnt, was mich nun schon sehr irritiert. Die mitgesendeten
>Vorabverträge sind darüberhinaus sehr verwirrend gestaltet.
>Die kapitalbildende RV mit BUV scheint Schrott zu sein, die FLV
>zur Immobilienfinanzierung könnte eventuell was taugen.

Nö. Zur Finanzierung eines Eigenheims taugt eine Lebensversicherung
nicht.

Ganz generell geht es erstmal darum, Dich an den Haken zu bekommen. Ziel
ist letzlich, über Dein Erwerbsleben hin möglichst viel Deines Geldes
über einen bestimmten Finanzdienstleister laufen zu lassen.

Je weiter die Studierenden sind, desto größer ist die
Wahrscheinlichkeit, daß sie Geld in den Fingern haben (das ist gut für
alle Dreibuchstaber), desto größer aber ist auch die Gefahr, daß sie
Ahnung von Geldanlage haben (das ist schlecht für Dreibuchstaber).

>Mir wurde während der Beratung eben wärmstens ans Herz
>gelegt, das alles noch 2004 zu handeln, weil bei Verträgen ab 2005 ja
>eine Besteuerung bei Auszahlung fällig wird. Gilt das eigentlich nur
>für LVs und kapitalbildende RVs oder grundsätzlich für alles
>Vermögensbildende?

Lies mal vier Wochen hier mit. Neulich hat Willy Moll ein Buch
empfohlen: Erhard Hübener "Erst denken, dann anlegen" (gibts nur noch
antiquarisch, schau mal bei ZVAB.COM) Für mich war wenig darin neu, aber
die Zusammenstellung ist die paar Euros allemal wert. Aber Vorsicht!
Hinterher wirst Du alle Dreibuchstaber deutlich skeptischer sehen.

>Ich bin auf jeden Fall sehr skeptisch und will mich in der nächsten
>Beratung

Du meins sicherlich: "Beim nächsten Verkaufsgespräch".

>in 3 Tagen zumindest etwas "vorbereiteter" fühlen.

Das ist in drei Tagen nicht zu schaffen. Ich schlage vor, Du machst um
Deine Schreibhand einen dicken Verband. Dann KANNST Du überhaupt nichts
unterschreiben.

Es ist Illusion zu glauben, man könnte einen Verkaufsprofi auf seinem
eigenen Gebiet argumentativ groß etwas entgegensetzen.

--
Martin Gerdes

Autor: "Markus Holzapfel" (2004-07-10 20:50:43)

Michael Steinhauser schrieb:

Hallo Michael,

> Hallo,
> erst mal vorweg: In Finanzsachen bin ich nicht besonders fit....

Das kann man lernen. Einen ersten Schritt dazu hast Du ja schon durch das
Teilnehmen in dieser Gruppe getan.

> Ich bin Informatik-Student und werde voraussichtlich mitte nächsten
> Jahres fertig sein. Wie so vielen Studenten erging es auch mir so dass
> ich eines Tages 2 Stunden lange in die Fängen einer MLP-Beraterin
> geriet.

Fängen? Du hast also nicht selbst das Gespräch gesucht sondern wurdest
unaufgefordert angesprochen? Findest Du das seriös?

> Grundsätzlich ging es in der Beratung um Altersvorsorge, BUV
> und Immobilienfinanzierung, letzteres weil ich zusammen mit meinem
> Lebenspartner ein Eigenheim in Planung habe.
>
> Nach einem eigentlich recht informativen und kompetent wirkenden
> Gespräch wurde ich mit dem Glauben entlassen dass MLP rein nur
> vermittelt, und zwar "unabhängig". Jedenfalls bekam ich dann eine
> Woche später zwei Produktangebote zugesandt:
>
> 1. MLP bestpartner classic Rentenversicherung (kapitalbildende RV)
> 2. MLP bestpartner topinvest FLV (fondsgebundene LV)
> ...beide inklusive BUV, vermindertem Anfangsbetrag und jährlich 10%
> progressiver Dynamik

1. Soviel zum Thema Unabhängigkeit.
2. Zwei Dich langfristig bindende Verträge - bist Du Dir sicher, daß Du
die nächsten 30 Jahre dort einzahlen willst? Eine Kündigung solcher
Verträge ist stets mit z.T. herben Verlusten verbunden - das solltest Du
im Hinterkopf haben.

> Nun wollte ich einfach mal fragen wer von diesen Produkten eine Ahnung
> hat, ob sie was taugen oder wo der Haken ist.

Ich kenne die Produkte nicht im Detail. Daß Dir die nette MLP-Dame aber
etwas in der Art anbieten würde, hätte ich Dir auch ohne eine
"individuelle Beratung nach umfangreicher Bestandsaufnahme"
prognostizieren können. Das ist ein typisches MLP-Standardpaket.

> Zumindest wurde das Wort
> "Lebensversicherung" in der Beratung nicht erwähnt was mich nun schon
> sehr irritiert.

Findest Du es seriös, daß in der Beratung nicht erwähnt wird, was man Dir
zur Vertragsunterzeichnung zusendet?

> Die mitgesendeten Vorabverträge sind darüberhinaus
> sehr verwirrend gestaltet.

Laß sie Dir doch von der MLP-Dame erklären - das ist ihre Aufgabe.

> Die kapitalbildende RV mit BUV scheint
> schrott zu sein,

Warum aus Deiner Sicht?
(Ich würde eine BU nicht mit einer kapitalbildenden Anlage verknüpfen -
wenn Du das eine auflösen willst, mußt Du das andere gleichzeitig auch
kündigen. Sehr unflexibel.
Was spricht denn gegen eine selbständige BU (von mir aus mit einer
eingeschlossenen RLV, wenn es nicht anders geht)? )

> die FLV zur Immobilienfinanzierung könnte eventuell
> was taugen.

Warum aus Deiner Sicht?
(Ich würde nicht in Aktienfonds investieren, wenn ich fest vorhätte, in
absehbarer Zeit eine Immobilie zu erwerben. Wenns schlecht läuft, sind
die Kurse zum gewünschten Kauf-/Bauzeitpunkt im Keller.
Oder wurde Dir gar empfohlen, für den Kauf einer Immobilie einen Kredit
aufzunehmen und diesen nicht zu tilgen, sondern die FLV zu besparen? Am
Ende der Laufzeit der FLV könntest Du dann die Kreditschulden auf einen
Schlag tilgen und hättest ein super Geschäft gemacht? Diese Form der
Umwegfinanzierung ist schon sehr spekulativ.)

> Mir wurde während der Beratung eben wärmstens ans Herz
> gelegt das alles noch 2004 zu handeln, weil bei Verträgen ab 2005 ja
> eine Besteuerung bei Auszahlung fällig wird.

Klar, es ist sehr, sehr wichtig, solche weitreichenden Entscheidungen
möglichst schnell übers Knie zu brechen.
(Mit der Besteuerung hat sie recht. Ich würde mich aber nicht zu
vorschnellen Handlungen hinreißen lassen. Eine Unterschrift am 31.12.
würde, sofern Du einen solchen Vertrag überhaupt abschließen wolltest,
völlig ausreichen.)

> Gilt das eigentlich nur
> für LVs und kapitalbildende RVs oder grundsätzlich für alles
> Vermögensbildende?

Die Erträge von kapitalbildenden LVs bzw. RVs waren bislang steuerfrei.
Das war ein Privileg dieser Anlageform. Bei Verträgen ab 2005 wird die
Hälfte der Erträge versteuert.

Steuerpflichtig sind ansonsten (vereinfacht und verkürzt gesagt) alle
Zinsgewinne aus festverzinslichen Anlagen und Dividenden. Kursgewinne von
Aktien oder Anleihen sind ggw. nicht steuerpflichtig (sofern Du sie nicht
innerhalb eines Jahr wieder verkaufst). Das können Dir hier aber andere
besser erklären.

> Man hört von MLP immer wieder mal düstere Geschichten was ein
> schlechtes Licht auf den Verein wirft.

Stimmt - ich habe gerade eine gelesen ;o)!

> Mir geht es im Moment nicht
> primär darum herauszufinden welche Vorsorge für mich richtig ist,
> sondern eher um Fragen und Kritik für/zu den genannten Produkten.

Ein Produkt per se ist zumeist nicht schlecht - es muß jedoch zum Anleger
passen. Ich an Deiner Stelle würde daher eben nicht das Produkt, sondern
Deine Belange in der Vordergrund stellen.
MLP verkauft Dir ihre Produkte - ob sie zu Dir passen oder nicht, muß Du
entscheiden (oder sie trotzdem kaufen :o(!)

> Ich
> bin auf jeden Fall sehr skeptisch und will mich in der nächsten
> Beratung in 3 Tagen zumindest etwas "Vorbereiteter" fühlen.

Warum willst Du Dir eigentlich von einer Firma etwas verkaufen lassen,
bei der Du ein ungutes Gefühl hast,
die Dir Vertragsunterlagen zusendet, über deren Inhalt Du nicht aufgeklärt
wurdest, und die Du nicht verstehst, da sie verwirrend gestaltet sind,
deren Produkte Du "schrottig" findest,
bei der Du skeptisch bist?

Gruß,
Markus
--
Using M2, Operas revolutionary e-mail client: http://www.opera.com/m2/

Autor: Andreas Rauth (2004-07-11 11:08:02)

Hallo Michael,

für mich ist dies die falsche Vorgehensweise! Wenn Du Dir
bezüglich des Anbieters und der Produkte nicht sicher bist,
bzw. ein ungutes Gefühl hast >>> lass es doch einfach!!

Du zählst ja bereits negative Dinge bei den Produkten auf.
Wozu also noch dieses Posting bzw. die Vorbereitung auf ein
weiteres Gespräch mit diesem MLP-Berater?? *grübl*

Normalerweise sucht man sich die positiven Seiten oder die
Highlights raus und nicht umgekehrt ....

"Nennt mir mal alle schlechten Dinge an einem Ford Fiesta -
ich geh morgen zum Fordhändler und mache eine Probefahrt!"

Schon unsinnig! Oder?

Vielleicht willst Du ja aber auch nur beim Beratungsgespräch
mit dem MLP-Berater "trumpfen" und cool/wissend auftreten -
dann ist dies aber auch der falsche Weg und hat nichts mit
den Themen Absicherung & Vorsorge zu tun - denn das steht wohl
nicht im Vordergrund des Gesprächs!

Gruß
Andreas Rauth
--

Andreas Rauth . SchwabenAssekuranz KG
Unabhängiger Versicherungs- & Finanzmakler
Internet: www.schwabenassekuranz.de
eMail: rauth@schwabenassekuranz.de

Autor: rv.wgt@firemail.de (Michael Steinhauser) (2004-07-11 02:12:29)

"Markus Holzapfel" wrote in message news:...
> Michael Steinhauser schrieb:
>
> Hallo Michael,
>
> > Hallo,
> > erst mal vorweg: In Finanzsachen bin ich nicht besonders fit....
>
> Das kann man lernen. Einen ersten Schritt dazu hast Du ja schon durch das
> Teilnehmen in dieser Gruppe getan.
>
> > Ich bin Informatik-Student und werde voraussichtlich mitte nächsten
> > Jahres fertig sein. Wie so vielen Studenten erging es auch mir so dass
> > ich eines Tages 2 Stunden lange in die Fängen einer MLP-Beraterin
> > geriet.
>
> Fängen? Du hast also nicht selbst das Gespräch gesucht sondern wurdest
> unaufgefordert angesprochen? Findest Du das seriös?
>
> > Grundsätzlich ging es in der Beratung um Altersvorsorge, BUV
> > und Immobilienfinanzierung, letzteres weil ich zusammen mit meinem
> > Lebenspartner ein Eigenheim in Planung habe.
> >
> > Nach einem eigentlich recht informativen und kompetent wirkenden
> > Gespräch wurde ich mit dem Glauben entlassen dass MLP rein nur
> > vermittelt, und zwar "unabhängig". Jedenfalls bekam ich dann eine
> > Woche später zwei Produktangebote zugesandt:
> >
> > 1. MLP bestpartner classic Rentenversicherung (kapitalbildende RV)
> > 2. MLP bestpartner topinvest FLV (fondsgebundene LV)
> > ...beide inklusive BUV, vermindertem Anfangsbetrag und jährlich 10%
> > progressiver Dynamik
>
> 1. Soviel zum Thema Unabhängigkeit.
> 2. Zwei Dich langfristig bindende Verträge - bist Du Dir sicher, daß Du
> die nächsten 30 Jahre dort einzahlen willst? Eine Kündigung solcher
> Verträge ist stets mit z.T. herben Verlusten verbunden - das solltest Du
> im Hinterkopf haben.
>
> > Nun wollte ich einfach mal fragen wer von diesen Produkten eine Ahnung
> > hat, ob sie was taugen oder wo der Haken ist.
>
> Ich kenne die Produkte nicht im Detail. Daß Dir die nette MLP-Dame aber
> etwas in der Art anbieten würde, hätte ich Dir auch ohne eine
> "individuelle Beratung nach umfangreicher Bestandsaufnahme"
> prognostizieren können. Das ist ein typisches MLP-Standardpaket.
>
> > Zumindest wurde das Wort
> > "Lebensversicherung" in der Beratung nicht erwähnt was mich nun schon
> > sehr irritiert.
>
> Findest Du es seriös, daß in der Beratung nicht erwähnt wird, was man Dir
> zur Vertragsunterzeichnung zusendet?
>
> > Die mitgesendeten Vorabverträge sind darüberhinaus
> > sehr verwirrend gestaltet.
>
> Laß sie Dir doch von der MLP-Dame erklären - das ist ihre Aufgabe.
>
> > Die kapitalbildende RV mit BUV scheint
> > schrott zu sein,
>
> Warum aus Deiner Sicht?
> (Ich würde eine BU nicht mit einer kapitalbildenden Anlage verknüpfen -
> wenn Du das eine auflösen willst, mußt Du das andere gleichzeitig auch
> kündigen. Sehr unflexibel.
> Was spricht denn gegen eine selbständige BU (von mir aus mit einer
> eingeschlossenen RLV, wenn es nicht anders geht)? )
>
> > die FLV zur Immobilienfinanzierung könnte eventuell
> > was taugen.
>
> Warum aus Deiner Sicht?
> (Ich würde nicht in Aktienfonds investieren, wenn ich fest vorhätte, in
> absehbarer Zeit eine Immobilie zu erwerben. Wenns schlecht läuft, sind
> die Kurse zum gewünschten Kauf-/Bauzeitpunkt im Keller.
> Oder wurde Dir gar empfohlen, für den Kauf einer Immobilie einen Kredit
> aufzunehmen und diesen nicht zu tilgen, sondern die FLV zu besparen? Am
> Ende der Laufzeit der FLV könntest Du dann die Kreditschulden auf einen
> Schlag tilgen und hättest ein super Geschäft gemacht? Diese Form der
> Umwegfinanzierung ist schon sehr spekulativ.)
>
> > Mir wurde während der Beratung eben wärmstens ans Herz
> > gelegt das alles noch 2004 zu handeln, weil bei Verträgen ab 2005 ja
> > eine Besteuerung bei Auszahlung fällig wird.
>
> Klar, es ist sehr, sehr wichtig, solche weitreichenden Entscheidungen
> möglichst schnell übers Knie zu brechen.
> (Mit der Besteuerung hat sie recht. Ich würde mich aber nicht zu
> vorschnellen Handlungen hinreißen lassen. Eine Unterschrift am 31.12.
> würde, sofern Du einen solchen Vertrag überhaupt abschließen wolltest,
> völlig ausreichen.)
>
> > Gilt das eigentlich nur
> > für LVs und kapitalbildende RVs oder grundsätzlich für alles
> > Vermögensbildende?
>
> Die Erträge von kapitalbildenden LVs bzw. RVs waren bislang steuerfrei.
> Das war ein Privileg dieser Anlageform. Bei Verträgen ab 2005 wird die
> Hälfte der Erträge versteuert.
>
> Steuerpflichtig sind ansonsten (vereinfacht und verkürzt gesagt) alle
> Zinsgewinne aus festverzinslichen Anlagen und Dividenden. Kursgewinne von
> Aktien oder Anleihen sind ggw. nicht steuerpflichtig (sofern Du sie nicht
> innerhalb eines Jahr wieder verkaufst). Das können Dir hier aber andere
> besser erklären.
>
> > Man hört von MLP immer wieder mal düstere Geschichten was ein
> > schlechtes Licht auf den Verein wirft.
>
> Stimmt - ich habe gerade eine gelesen ;o)!
>
> > Mir geht es im Moment nicht
> > primär darum herauszufinden welche Vorsorge für mich richtig ist,
> > sondern eher um Fragen und Kritik für/zu den genannten Produkten.
>
> Ein Produkt per se ist zumeist nicht schlecht - es muß jedoch zum Anleger
> passen. Ich an Deiner Stelle würde daher eben nicht das Produkt, sondern
> Deine Belange in der Vordergrund stellen.
> MLP verkauft Dir ihre Produkte - ob sie zu Dir passen oder nicht, muß Du
> entscheiden (oder sie trotzdem kaufen :o(!)
>
> > Ich
> > bin auf jeden Fall sehr skeptisch und will mich in der nächsten
> > Beratung in 3 Tagen zumindest etwas "Vorbereiteter" fühlen.
>
> Warum willst Du Dir eigentlich von einer Firma etwas verkaufen lassen,
> bei der Du ein ungutes Gefühl hast,
> die Dir Vertragsunterlagen zusendet, über deren Inhalt Du nicht aufgeklärt
> wurdest, und die Du nicht verstehst, da sie verwirrend gestaltet sind,
> deren Produkte Du "schrottig" findest,
> bei der Du skeptisch bist?
>
> Gruß,
> Markus


Danke für die schnelle Antwort Chris und Markus.
Klar, ich habe mir das Ganze gestern nochmals durch den Kopf gehen
lassen und bin voll mit Euch im Einklang. Es ist auf jeden Fall schon
mal keine gute Idee alles über den gleichen Anbieter zu erwerben. Ich
werde mich dementsprechend weiter informieren und Zukunft
"unabhängig". Eine BUV kann ich ja auch separat abschliessen und mein
Geld sehe ich mittelfristig angelegt auch irgendwie sicherer.
Jedenfalls werde ich mich von meiner netten MLP-Dame nicht überrennen
lassen und werde den Termin vorerst absagen. Grundsätzlich sehe ich
das mit der Besteuerung der Erträge von kapitalbildenden LVs und RVs
eher als ein Risiko für MLP und Co. da die damit ja die meiste Kohle
zu machen scheinen. Auf dem aktuellen MLP-Informationszettel ist ein
Bild mit einer Uhr die 5 vor 12 zeigt. Ich frage mich da für wen das
gilt: Für den Erwerber der MLP-Produkte oder MLP selbst ;-)

Irgendwie schon ein assoziales Schema: Einmal die Telefonnummer
irgendwo hingeschrieben und schon kriegt man solche "Kletten" nicht
mehr los. Per-Du ist man im Gespräch und redet nebenbei über Hobbies
und Träume. Ehrlich gesagt: Schon allein wegen des Psychodrucks sollte
man den Verein meiden. Was die Qualität der Seminare und
Beratungsgespräche (an sich) angeht bin ich jedoch recht positiv
überrascht gewesen....

Gruss, Michael

Autor: Wolfgang Krietsch (2004-07-11 11:42:54)

Martin Gerdes wrote:

>Berufsanfänger (Informatiker zumal) und Eigenheim beißt sich etwas.

<neugierde>Warum "Informatiker zumal"?</>

>Lies mal vier Wochen hier mit. Neulich hat Willy Moll ein Buch
>empfohlen: Erhard Hübener "Erst denken, dann anlegen" (gibts nur noch
>antiquarisch, schau mal bei ZVAB.COM)

*g* Da gab es genau noch eins, "Title already ordered". Wer von euch war
das?


Bye

woffi

--
Top Ten Times in history when saying F**K was appropriate:
2) "I need this parade like I need a f**king hole in my head!"
- J.F.K.

Autor: Thomas Festring (2004-07-11 13:04:42)

Chris Molte schrieb am Samstag, 10. Juli 2004 21:39:

> aha, und jedes Jahr dynamik bedeutet imho, es ist jedes Jahr ein neuer
> Vertrag, und es wird jedes Jahr teurer.

Jedes Jahr (steuerlich gesehen) ein neuer Vertrag? Ist das wirklich so? Nur
wegen einer von vorneherein vereinbarten Dynamik?

Fragend,
Thomas

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