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AW: Frage an die Geldanlage / Aktienprofis
Autor: "Jochen" (2007-01-16 10:48:11)
Mark Obrembalski:
Hallo zusammen:
grundsätzlich alles richtig was du sagst?
>> Regel Nr. 2:
>> Hast du keine wirkliche Ahnung von Aktien Einzelwerten, lass die
>> Finger davon.
>
> Das würde ich nun nicht behaupten,
Aber ich ! :-)
>vor allem, weil man durch Finger-davon-lassen nicht zu wirklicher
Ahnung kommt.
Muß man das in der heutigen Zeit ? Man kann auch eine Anlageform
wählen
die einem eine überdurchschnittliche Rendite bringt ohne eine Aktie zu
kennen oder zu kaufen.
Aber man sollte halt mit sehr kleinen Beträgen anfangen, so dass einem
Verluste nicht
weh tun.
> Wenn man als "Nichtkenner der Branche" Geld zu viel hat kann man
sicherlich über das Fehler-Irrtum-Prinzip ne ganze Menge lernen, sicher
! :-) Es geht aber auch weniger Schmerzfrei ! :-)
>> Regel Nr. 3:
>>
>> Die Werte spiegeln alle eine Wertentwicklung der Vergangenheit
wieder.
>> Merke: Was in der Vergangenheit war ist völlig wurscht. Wichtig
ist
>> die Zukunft!
>
> Das stimmt nur zum Teil. Oft spiegeln gerade die Kurse kleinerer
> Gesellschaften die Vergangenheit nicht vollständig wieder. Es
müssen
> sich nämlich erst genügend Leute für die Vergangenheit
interessieren,
> Nachrichten darüber finden und richtig einschätzen. Richtig ist
> freilich, dass es einem wenig hilft, eine unterbewertete Aktie
entdeckt
> zu haben, wenn man auch in Zukunft der einzige ist, der sich für
diese
> Unterbewertung interessiert.
> Dann gibt es natürlich auch noch Übertreibungen in beide
Richtungen,
wo
> die Kursbewegung weder durch vergangene noch durch zukünftig
> vernünftigerweise zu erwartende Entwicklungen zu rechtfertigen ist.
> > Alles richtig! Aber welche Laie kennt sich damit aus?
>> Und da wird dir niemand einen vernünftigen Tipp geben
können.
>
> Bestimmt keinen sicheren. Wer aber ein Unternehmen oder eine Branche
gut
> kennt, wird durchaus auch so manche zukünftige Entwicklung ganz
> ordentlich voraussehen.
>auch dem Stimme ich zu. Dazu gehören die oben erwähnten
Kenntnisse,
Insiderwissen oder Jahrelange Erfahrung. Meiner Meinung eben nichts für
Anfänger.
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich in meiner Aussage lediglich
vermeiden möchte, das Anleger die keine Kenntnisse im jeweiligen
Anlagebereich vorweisen können, sich entweder vernünftig beraten
lassen,
oder eine Anlageform auswählen die man richtig einschätzen und
bewerten
kann.
mit freundlichen Grüßen, Jochen
Autor: Martin Gerdes (2007-01-16 18:00:06)
"Jochen" schrieb:
>grundsätzlich alles richtig was du sagst?
Ich bin eher geneigt, einem Teilnehmer zu glauben, der schon länger mit
vollem Namen hier schreibt als einem Pseudonymus mit ungültiger
E-Mail-Adresse, dessen Äußerungen vom Stil her sehr nach
Dreibuchstabern
klingen.
>>> Regel Nr. 2:
>>> Hast du keine wirkliche Ahnung von Aktien Einzelwerten, lass die
>>> Finger davon.
>> Das würde ich nun nicht behaupten,
>Aber ich ! :-)
Klar
>>vor allem, weil man durch Finger-davon-lassen nicht zu wirklicher
>>Ahnung kommt.
>Muß man das in der heutigen Zeit?
Vielleicht will man ja.
>Man kann auch eine Anlageform wählen, die einem eine
überdurchschnittliche
>Rendite bringt, ohne eine Aktie zu kennen oder zu kaufen.
Klar. Jetzt muß einem eine solche Anlage nur noch vor die Nase plumpsen.
Übrigens: Was heißt schon "überdurchschnittlich"? Von
welchem
"Durchschnitt" sprechen wir hier?
>Aber man sollte halt mit sehr kleinen Beträgen anfangen, so dass einem
>Verluste nicht weh tun.
Was sind "sehr kleine Beträge"? 10 Euro? 2,50 Euro?
>> Wenn man als "Nichtkenner der Branche" Geld zuviel hat kann
man
>>sicherlich über das Fehler-Irrtum-Prinzip ne ganze Menge lernen
>! :-) Es geht aber auch weniger schmerzfrei ! :-)
"Nicht verzagen, Jochen fragen?"
Ich denk an Dich, wenn ich mal so viel Geld zuviel habe, daß ich es
einem Pseudonymus zur Verwaltung überlassen könnte. Versprochen!
>>> Regel Nr. 3:
>>> Die Werte spiegeln alle eine Wertentwicklung der Vergangenheit
>>> wieder.
>> Das stimmt nur zum Teil.
>Ich möchte noch einmal betonen, dass ich in meiner Aussage lediglich
>vermeiden möchte, das Anleger, die keine Kenntnisse im jeweiligen
>Anlagebereich vorweisen können, sich entweder vernünftig beraten
lassen,
>oder eine Anlageform auswählen die man richtig einschätzen und
bewerten
>kann.
Ahja. Gut, daß Du es sagst!
Das sagt mein Bankmensch auch immer. Der will mich immer beraten und ist
recht enttäuscht, wenn ich mich nicht von ihm beraten lasse (und, noch
schlimmer: nichts von ihm kaufe).
--
Martin Gerdes
Autor: Martin Gerdes (2007-01-16 18:00:06)
Autor: Martin Gerdes (2007-01-16 18:00:06)
"Jochen" schrieb:
>grundsätzlich alles richtig was du sagst?
Ich bin eher geneigt, einem Teilnehmer zu glauben, der schon länger mit
vollem Namen hier schreibt als einem Pseudonymus mit ungültiger
E-Mail-Adresse, dessen Äußerungen vom Stil her sehr nach
Dreibuchstabern
klingen.
>>> Regel Nr. 2:
>>> Hast du keine wirkliche Ahnung von Aktien Einzelwerten, lass die
>>> Finger davon.
>> Das würde ich nun nicht behaupten,
>Aber ich ! :-)
Klar
>>vor allem, weil man durch Finger-davon-lassen nicht zu wirklicher
>>Ahnung kommt.
>Muß man das in der heutigen Zeit?
Vielleicht will man ja.
>Man kann auch eine Anlageform wählen, die einem eine
überdurchschnittliche
>Rendite bringt, ohne eine Aktie zu kennen oder zu kaufen.
Klar. Jetzt muß einem eine solche Anlage nur noch vor die Nase plumpsen.
Übrigens: Was heißt schon "überdurchschnittlich"? Von
welchem
"Durchschnitt" sprechen wir hier?
>Aber man sollte halt mit sehr kleinen Beträgen anfangen, so dass einem
>Verluste nicht weh tun.
Was sind "sehr kleine Beträge"? 10 Euro? 2,50 Euro?
>> Wenn man als "Nichtkenner der Branche" Geld zuviel hat kann
man
>>sicherlich über das Fehler-Irrtum-Prinzip ne ganze Menge lernen
>! :-) Es geht aber auch weniger schmerzfrei ! :-)
"Nicht verzagen, Jochen fragen?"
Ich denk an Dich, wenn ich mal so viel Geld zuviel habe, daß ich es
einem Pseudonymus zur Verwaltung überlassen könnte. Versprochen!
>>> Regel Nr. 3:
>>> Die Werte spiegeln alle eine Wertentwicklung der Vergangenheit
>>> wieder.
>> Das stimmt nur zum Teil.
>Ich möchte noch einmal betonen, dass ich in meiner Aussage lediglich
>vermeiden möchte, das Anleger, die keine Kenntnisse im jeweiligen
>Anlagebereich vorweisen können, sich entweder vernünftig beraten
lassen,
>oder eine Anlageform auswählen die man richtig einschätzen und
bewerten
>kann.
Ahja. Gut, daß Du es sagst!
Das sagt mein Bankmensch auch immer. Der will mich immer beraten und ist
recht enttäuscht, wenn ich mich nicht von ihm beraten lasse (und, noch
schlimmer: nichts von ihm kaufe).
--
Martin Gerdes
Autor: Mark Obrembalski (2007-01-16 22:48:52)
Jochen wrote:
>>vor allem, weil man durch Finger-davon-lassen nicht zu wirklicher
>>Ahnung kommt.
> Muß man das in der heutigen Zeit ?
Müssen tut man insofern gar nichts, weder in der heutigen Zeit noch in
einer anderen. Selbstverständlich kann man sich das Ahnung-haben gegen
Entgelt von anderen abnehmen lassen. Allerdings könnte es ohne Ahnung
auch wieder schwierig sein, ob der andere so viel Ahnung hat, wie er
behauptet. Ich finde einen Fonds oder Vermögensverwalter jedenfalls
nicht unbedingt leichter zu beurteilen als eine Aktiengesellschaft. Und
Indexzertifikate etc.? Da ist es auch nicht leicht zu erahnen, wohin
der Index gehen mag, und dann muss man auch noch das Kleingedruckte der
Zertifikatsbedingungen beachten...
> Man kann auch eine Anlageform
> wählen die einem eine überdurchschnittliche Rendite bringt ohne
eine
> Aktie zu kennen oder zu kaufen.
Ja, wenn man dafür was anderes kennt und kauft.
>> Wenn man als "Nichtkenner der Branche" Geld zu viel hat kann
man
> sicherlich über das Fehler-Irrtum-Prinzip ne ganze Menge lernen,
> sicher ! :-) Es geht aber auch weniger Schmerzfrei ! :-)
Na ja, wenn man auf weniger Schmerzfreiheit Wert legt...
>> Dann gibt es natürlich auch noch Übertreibungen in beide
Richtungen,
> wo
>> die Kursbewegung weder durch vergangene noch durch zukünftig
>> vernünftigerweise zu erwartende Entwicklungen zu rechtfertigen
ist.
>
> Alles richtig! Aber welche Laie kennt sich damit aus?
Das hat weniger mit Laientum zu tun als mit der Fähigkeit, sich vom
allgemeinen Geschrei nicht beirren zu lassen. Um herauszufinden, dass
die Dotcoms Ende 1999/Anfang 2000 aberwitzig bewertet waren, reichten
durchaus gewisse Lesekenntnisse und Alltagswissen. Mitte 2002
unterbewertete Aktien zu finden, war auch nicht viel schwieriger. Im
Moment sieht es allerdings tatsächlich alles andere als einfach aus.
Jetzt ist wohl wirklich nicht der richtige Zeitpunkt für erste Versuche
an der Börse.
>> Bestimmt keinen sicheren. Wer aber ein Unternehmen oder eine Branche
> gut
>> kennt, wird durchaus auch so manche zukünftige Entwicklung ganz
>> ordentlich voraussehen.
>
>>auch dem Stimme ich zu. Dazu gehören die oben erwähnten
Kenntnisse,
> Insiderwissen oder Jahrelange Erfahrung. Meiner Meinung eben nichts
> für Anfänger.
Man muss ja nicht alles selbst wissen, nur wissen wo es steht ;-) Auch
Anfänger können sich nach interessanten Berichten umschauen.
Möglichst
dort, wo die Bänker in Frankfurt eher nicht reinschauen... solange man
nichts Überzeugendes findet, braucht man ja wirklich keine Aktie zu
kaufen. Aber durch das jahrelange pünktliche Zahlen der Rate für den
Sparplan allein gewinnt man halt nicht an Erfahrung.
Gruß,
Mark
--
Deutsche Gesetze im WWW
http://www.rechtliches.de
Autor: Mark Obrembalski (2007-01-16 23:07:29)
Martin Gerdes wrote:
> dessen Äußerungen vom Stil her sehr nach Dreibuchstabern
klingen.
Was ist denn bitte ein Dreibuchstaber?
>>Aber man sollte halt mit sehr kleinen Beträgen anfangen, so dass
einem
>>Verluste nicht weh tun.
>
> Was sind "sehr kleine Beträge"? 10 Euro? 2,50 Euro?
Das dürften leider schon die Mindestgebühren für die Abwicklung
einer Wertpapierorder sein... auch wenn meine erste Order tatsächlich
über einen zweistelligen Betrag lautete. Ging natürlich (eben wegen
der
Gebühren) völlig in die Hose, aber immerhin habe ich damit schon mal
die Erfahrung gemacht, wie man über das Internet Aktien kauft und was
einem dann im Depot angezeigt wird. Um ernsthaft was auszuprobieren,
sind aber schon ein paar hundert Euro nötig. Unter 6 Euro Gebühren
für
den Kauf und dann wieder für den Verkauf wird man auf keinen Fall
hinkommen, und die wollen erst mal aufgeholt werden.
Gruß,
Mark
--
Deutsche Gesetze im WWW
http://www.rechtliches.de
Autor: Martin Gerdes (2007-01-18 00:00:11)
Mark Obrembalski schrieb:
>> dessen Äußerungen vom Stil her sehr nach Dreibuchstabern
klingen.
>Was ist denn bitte ein Dreibuchstaber?
Möglicherweise die Abk. eines Firmennamens. Vielleicht gibts ja eventuell
Finanzoptimiererfirmen mit drei Buchstaben. Ich kenne mich in diesem Sektor
nicht so gut aus.
>>>Aber man sollte halt mit sehr kleinen Beträgen anfangen, so
dass einem
>>>Verluste nicht weh tun.
>> Was sind "sehr kleine Beträge"? 10 Euro? 2,50 Euro?
>Das dürften leider schon die Mindestgebühren für die
Abwicklung
>einer Wertpapierorder sein.
Ich halte den obigen Spruch ("Man sollte mit kleinen Beträgen
anfangen") für
eine Binsenweisheit ohne großen Nährwert. Man kann den Spruch
eigentlich
immer loslassen, wenn man in irgendwelcher Weise über Geld spricht, und
doch
kann keiner damit etwas Sinnvolles anfangen.
>auch wenn meine erste Order tatsächlich über einen zweistelligen
Betrag
>lautete. Ging natürlich (eben wegen der Gebühren) völlig in
die Hose,
>aber immerhin habe ich damit schon mal die Erfahrung gemacht, wie man
>über das Internet Aktien kauft und was einem dann im Depot angezeigt
wird.
Rendite ist eine gute und richtige Maxime bei der Geldanlage. Aber sie ist
nicht die einzige.
Wenn ein frischgebackener Aktienstratege mit 100 Euro Startkapital wild
herumzockt, ist sein Geld unabhängig von der Wahl seiner Aktien schnell
weg.
Er hat dann den alten Börsianerspruch "Hin und Her macht Taschen
leer" mit
eigenem Geld ausprobiert (das ist im allgemeinen eine besonders
wirkungsvolle Lehrmethode). Hoffentlich ärgert ihn der Verlust (das
möchte
ich ihm jedenfalls gönnen), weil auch das den Lerneffekt steigert. Man
verzockt besser 100 Euro und lernt daraus, als daß man auf
sinngemäß die
gleiche Weise 10.000 Euro verzockt.
>Um ernsthaft was auszuprobieren, sind aber schon ein paar hundert Euro
>nötig. Unter 6 Euro Gebühren für den Kauf und dann wieder
für den Verkauf
>wird man auf keinen Fall hinkommen, und die wollen erst mal aufgeholt
werden.
Klar.
Angenommen, ein Jugendlicher setzt sein Erspartes von 1000 Euro auf dem
Aktienmarkt ein, so kann man als etwas größerer Kleinanleger zu
Recht sagen,
daß das aus Spesenaspekten unsinnig ist. Auf der anderen Seite wird sich
ein
solcher Junganleger ab dann mit Feuereifer über Börsenkurse und den
Wirtschaftsteil der Zeitung stürzen -- und sich schlaumachen auf einem
Sektor, der enorm wichtig ist, der aber in der herkömmlichen Ausbildung
total zu kurz kommt. Schaut man in einigen Jahren zurück und bewertet den
Kenntnisgewinn, dann steht das Finanzergebnis der Spekulation völlig im
Hintergrund, egal, wie es ausgefallen ist.
Ich bin -- anders als Du -- nicht der Auffassung, daß aktuell ein
schlechter
Zeitpunkt zum Einstieg ist. Angenommen, man hat Geld anzulegen und steht vor
der Frage, was man damit machen soll, dann sind Aktien grundsätzlich immer
ein Thema. Du kannst Dir selbst die Jahre 1999 bis 2001 heranziehen, in
denen viele Leute erst gejubelt und dann geblutet haben -- selbst in diesen
Jahren gab es Möglichkeiten, Gewinne zu machen, abgesehen davon, daß
ich die
aktuelle Situation nicht mit 2000 vergleichen wollte (Du weißt doch
hoffentlich, daß es jedesmal wieder "dieses Mal ganz anders"
ist).
Allerdings würde ich mir nicht das Aktiensammelsurium ins Depot legen
wollen, das unser OP sich aus irgendwelchen seltsamen Quellen
zusammengesammelt hat. Ich glaube allerdings, er wollte hier sowieso nur
einen Testballon loswerden. Bisher hat er sich ja nicht wieder gemeldet.
Ganz generell könnte man sich hier schon einmal wieder über die
Strategie
der Geldanlage unterhalten, finde ich.
--
Martin Gerdes
Autor: Mark Obrembalski (2007-01-18 23:59:42)
Martin Gerdes wrote:
>>>>Aber man sollte halt mit sehr kleinen Beträgen anfangen,
so dass
>>>>einem Verluste nicht weh tun.
>
>>> Was sind "sehr kleine Beträge"? 10 Euro? 2,50 Euro?
>
>>Das dürften leider schon die Mindestgebühren für die
Abwicklung
>>einer Wertpapierorder sein.
>
> Ich halte den obigen Spruch ("Man sollte mit kleinen Beträgen
> anfangen") für eine Binsenweisheit ohne großen
Nährwert.
Groß ist der Nährwert in der Tat nicht; er war ja auch nur die
Antwort
auf einen Einwand.
> Man kann den
> Spruch eigentlich immer loslassen, wenn man in irgendwelcher Weise
> über Geld spricht, und doch kann keiner damit etwas Sinnvolles
> anfangen.
Stimmt, es ist wohl sinnvoller, gleich einen ungefähren Betrag dazu zu
nennen.
> Angenommen, ein Jugendlicher setzt sein Erspartes von 1000 Euro auf
> dem Aktienmarkt ein, so kann man als etwas größerer
Kleinanleger zu
> Recht sagen, daß das aus Spesenaspekten unsinnig ist.
Das würde ich nun nicht behaupten - dass man da nicht auch noch
diversifizieren kann, ist eher ein Problem. Die reinen Gebühren für
Kauf und Verkauf würden bei meinem Depot gut 2% ausmachen - nicht toll,
aber auch noch nicht schlimm. Für Fonds zahlt so mancher mehr, und das
unabhängig vom Anlagebetrag. Da ist die Diversifizierung dafür halt
eingebaut.
> Schaut man in einigen
> Jahren zurück und bewertet den Kenntnisgewinn, dann steht das
> Finanzergebnis der Spekulation völlig im Hintergrund, egal, wie es
> ausgefallen ist.
Das sowieso. Er sollte halt vorher wissen, dass er von seinen 1000 Euro
auch einiges verlieren kann (theoretisch bis zum Totalverlust, aber
praktisch muss man sich dazu schon sehr blöd anstellen).
> Ich bin -- anders als Du -- nicht der Auffassung, daß aktuell ein
> schlechter Zeitpunkt zum Einstieg ist.
Ob schlecht, weiß ich nicht. Aber ich halte ihn für schwierig. Nach
interessanten Werten muss man jedenfalls eine Weile suchen. Was den
Lerneffekt angeht, mag das ja sogar positiv sein.
> Angenommen, man hat Geld
> anzulegen und steht vor der Frage, was man damit machen soll, dann
> sind Aktien grundsätzlich immer ein Thema.
Ja, auch wenn die Entscheidung möglicherweise dagegen ausfallen kann.
> Du kannst Dir selbst die
> Jahre 1999 bis 2001 heranziehen, in denen viele Leute erst gejubelt
> und dann geblutet haben -- selbst in diesen Jahren gab es
> Möglichkeiten, Gewinne zu machen,
Ab 2000 vor allem mit Leerverkäufen ;-)
> abgesehen davon, daß ich die
> aktuelle Situation nicht mit 2000 vergleichen wollte (Du weißt doch
> hoffentlich, daß es jedesmal wieder "dieses Mal ganz
anders" ist).
Nein, mit 2000 ist die heutige Situation wirklich nicht zu vergleichen.
Heute ist die Frage, wie sich die momentan guten Gewinne in Zukunft
entwickeln werden; es könnte ja auch deutlich weniger werden. 2000 war
die Frage, ob sich eine Dotcom findet, bei der Aussicht besteht, dass
die Verluste auch einmal niedriger ausfallen als der Umsatz.
> Allerdings würde ich mir nicht das Aktiensammelsurium ins Depot legen
> wollen, das unser OP sich aus irgendwelchen seltsamen Quellen
> zusammengesammelt hat.
Um das zu entscheiden, müsste ich zumindest erst mal in einige
Geschäftsberichte gucken. Bis jetzt ist mir an den genannten Aktien
aber nichts aufgefallen, was es mir die Mühe wert machen würde.
Gruß,
Mark
--
Deutsche Gesetze im WWW
http://www.rechtliches.d
Autor: Martin Gerdes (2007-01-19 20:00:03)
Mark Obrembalski schrieb:
>> Ich halte den obigen Spruch ("Man sollte mit kleinen
Beträgen
>> anfangen") für eine Binsenweisheit ohne großen
Nährwert.
>Groß ist der Nährwert in der Tat nicht; er war ja auch nur die
Antwort
>auf einen Einwand.
Du warst nicht gemeint, sondern unser kleiner Wirbelwind.
>> Man kann den Spruch eigentlich immer loslassen, wenn man in
>> irgendwelcher Weise über Geld spricht, und doch kann keiner
>> damit etwas Sinnvolles anfangen.
>Stimmt, es ist wohl sinnvoller, gleich einen ungefähren Betrag dazu zu
>nennen.
Eben.
>> Angenommen, ein Jugendlicher setzt sein Erspartes von 1000 Euro auf
>> dem Aktienmarkt ein, so kann man als etwas größerer
Kleinanleger zu
>> Recht sagen, daß das aus Spesenaspekten unsinnig ist.
>Das würde ich nun nicht behaupten - dass man da nicht auch noch
>diversifizieren kann, ist eher ein Problem.
Damit hast Du recht, das meine ich aber nicht.
An sich ist eine Anlage in Einzelaktien unzweckmäßig, wenn man nur
1000 Euro
zur Verfügung hat. Die Spesen fressen einen auf, und man hat praktisch
keinerlei Diversifizierung. Angenommen aber, man möchte ein Kind an
Geldanlage und Börse heranführen, kann eine solche Anlage dennoch
sinnvoll
sein, nicht des möglichen Ertrages zwar, sondern des Lerneffekts wegen.
Wenn
man mit dem eigenen Geld drinhängt, agiert man anders als in einem
Börsenspiel.
>> Schaut man in einigen Jahren zurück und bewertet den
Kenntnisgewinn,
>> dann steht das Finanzergebnis der Spekulation völlig im
Hintergrund,
>> egal, wie es ausgefallen ist.
>Das sowieso. Er sollte halt vorher wissen, dass er von seinen 1000 Euro
>auch einiges verlieren kann (theoretisch bis zum Totalverlust, aber
>praktisch muss man sich dazu schon sehr blöd anstellen).
Eben.
>> Ich bin -- anders als Du -- nicht der Auffassung, daß aktuell
ein
>> schlechter Zeitpunkt zum Einstieg ist.
>Ob schlecht, weiß ich nicht. Aber ich halte ihn für schwierig.
Nach
>interessanten Werten muss man jedenfalls eine Weile suchen. Was den
>Lerneffekt angeht, mag das ja sogar positiv sein.
Was erwartest Du dieses Jahr von der Börse? Du brauchst auf diese Frage
MIR
nicht zu antworten, aber Du mußt Dir die Antwort selbst geben und danach
handeln. Du kannst die Frage auch noch etwas allgemeiner stellen: Was
erwartest Du in dieser Zeit von der Börse, von den Börsen? Dieses
Starren
auf den 31.12. muß man zwar mit einkalkulieren, sollte sich selbst aber
davon lösen. Die Zeit läuft kontinuierlich, daß wir Menschen
sie einteilen,
ist bis zu einem gewissen Grad künstlich.
>> Angenommen, man hat Geld anzulegen und steht vor der Frage, was man
>> damit machen soll, dann sind Aktien grundsätzlich immer ein
Thema.
>Ja, auch wenn die Entscheidung möglicherweise dagegen ausfallen kann.
Klar.
Einer hat jetzt im Moment Geld. Was macht er damit? Man kann zu jedem
beliebigen Zeitpunkt Geld haben, das man anlegen möchte, und muß
dann ah hoc
auf die Frage eine Antwort geben.
>> Du kannst Dir selbst die Jahre 1999 bis 2001 heranziehen, in denen
>> viele Leute erst gejubelt und dann geblutet haben -- selbst in
>> diesen Jahren gab es Möglichkeiten, Gewinne zu machen,
>Ab 2000 vor allem mit Leerverkäufen ;-)
Schau Dir mal das Schaubild von Altria (damals Philip Morris) in den
fraglichen Jahren an. Die sind im Jahr 1999 gestürzt wie ein Stein, haben
Anfang 2000 ihren Tiefpunkt erreicht und haben sich dann bis Mitte 2001
erstmal verdreifacht.
>> abgesehen davon, daß ich die aktuelle Situation nicht mit 2000
>> vergleichen wollte (Du weißt doch hoffentlich, daß es
jedesmal
>> wieder "dieses Mal ganz anders" ist).
>Nein, mit 2000 ist die heutige Situation wirklich nicht zu vergleichen.
>Heute ist die Frage, wie sich die momentan guten Gewinne in Zukunft
>entwickeln werden; es könnte ja auch deutlich weniger werden. 2000 war
>die Frage, ob sich eine Dotcom findet, bei der Aussicht besteht, dass
>die Verluste auch einmal niedriger ausfallen als der Umsatz.
:-)
Im letzten Jahr hat der Dax etwa 20% zugelegt. Mein Nicht-DAX- bzw.
Nicht-nur-DAX-Depot hat sich praktisch genauso entwickelt. Das liegt weit
über meinem Ziel. Langfristig soll sich mein Depot jedes Jahr etwa um 10%
vermehren. Das habe ich über die Jahre, in denen ich dabei bin, auch
erreicht (Obwohl es, nebenbei bemerkt, nicht ganz einfach ist, über viele
Jahre mit ständigem Zu- und Abfluß eine Rendite zu errechnen),
insoweit bin
ich sehr zufrieden. Früher habe ich in Renten angelegt, deren Ertrag
wäre
über die genannten Jahre ganz erheblich niedriger gewesen.
Ich weiß natürlich auch nicht, was aus diesem Jahr wird.
>> Allerdings würde ich mir nicht das Aktiensammelsurium ins Depot
legen
>> wollen, das unser OP sich aus irgendwelchen seltsamen Quellen
>> zusammengesammelt hat.
>Um das zu entscheiden, müsste ich zumindest erst mal in einige
>Geschäftsberichte gucken. Bis jetzt ist mir an den genannten Aktien
>aber nichts aufgefallen, was es mir die Mühe wert machen würde.
Umgekehrt. Man muß eine Antwort auf die Frage: "Warum?" geben
können, "Warum
eigentlich nicht?" ist die falsche Frage.
--
Martin Gerdes
Autor: Heinz Brueckner (2007-01-20 09:33:04)
am Thu, 18 Jan 2007 23:59:42 +0100 schrieb Mark Obrembalski
:
> Ob schlecht, weiß ich nicht. Aber ich halte ihn für schwierig.
Nach
> interessanten Werten muss man jedenfalls eine Weile suchen. Was den
> Lerneffekt angeht, mag das ja sogar positiv sein.
Schlott-Sebaldus,
Norddt.Affinerie
Gildemeister
Curanum
Altera
(Werbung/Druck, Kupfer, Werkzeugmaschinen, Altenheim, PLDs)
Ist doch schon was, und sogar ein bissel diversifiziert.
PS: Kauft das da oben, Leute, das hilft meinem Depot!
He"Bolko Frick"inz
--
"Man erwartete das Schlimmste und wurde nicht enttäuscht."
(Katja Dofel, N-TV)
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