« zurück zur Hauptseite...
Fonds-Fragen
Autor: "Rico" (2007-01-23 20:37:33)
Hallo,
habe mich als Neuling ein wenig bezüglich Fonds-Anlagen eingelesen, einige
Fragen sind aber noch offen geblieben:
1) Ich möchte monatlich investieren. Genau dafür sind ja
Fonds-Sparpläne
ausgelegt. Bei einem Vergleich verschiedener Online-Broker ist mir aber
aufgefallen, daß zwar jeweils Tausende von Fonds angeboten werden,
für einen
Sparplan aber immer nur 100-200 Fonds zur Wahl stehen. Wo liegt denn der
Unterschied, ob ich einen Sparplan abschließe (Beschränkung 200
Fonds), oder
aber selbst jeden Monat Fondsanteile (nach)kaufe? Viele Anbieter haben zwar
eine hohe Mindestanlagesumme bei Einzelkäufen (500-1000 EUR), aber es gibt
auch Ausnahmen (maxblue, 1822: "ab 1 Stück").
2) Welche Kosten erwarten mich denn in Summe? Depotgebühren sind klar,
Ausgabeaufschläge bzw. Rabatte darauf auch. Verwaltungskosten der
Fondsgesellschaft, die direkt aus dem Fondsvermögen entnommen werden,
auch.
Gibt es darüber hinaus noch Aufwände? Insbesondere: Womit finanzieren
sich
Online-Broker, die keine Depotgebühren verlagen?
3) Welche Kosten entstehen, wenn ich von einem in einen anderen Fonds
umschichte? Ausschließlich die neuerlichen Ausgabeaufschläge, was
hieße, daß
ich bei 100% Rabatt auf die AA keinerlei Verluste hätte? Oder gibt es noch
andere Faktoren?
4) Wiederum im Online-Broker-Vergleich habe ich entdeckt, daß für
Aktienordern reichlich Gebühren erhoben werden, für Fondskäufe
ja aber
scheinbar nicht. Wieso wird denn hier ein Unterschied gemacht?
Danke schonmal für eure Infos!
Rico
Autor: Christian Brosch (2007-01-25 12:20:45)
Hallo,
Rico wrote:
> habe mich als Neuling ein wenig bezüglich Fonds-Anlagen eingelesen,
einige
> Fragen sind aber noch offen geblieben:
Ein Teil deiner Fragen wurde schon oft in dieser Gruppe besprochen. Es
wäre nützlich, wenn du mal in alten Postings stöberst.
> 1) Ich möchte monatlich investieren. Genau dafür sind ja
Fonds-Sparpläne
> ausgelegt. Bei einem Vergleich verschiedener Online-Broker ist mir aber
> aufgefallen, daß zwar jeweils Tausende von Fonds angeboten werden,
für einen
> Sparplan aber immer nur 100-200 Fonds zur Wahl stehen.
Ich denke mal, die Sparpläne machen für die Banken einen höheren
Aufwand:
- Die Bank verdient an einer einzelnen Transaktion wenig (z.B. 2,5%
Ausgabeaufschlag auf 50 EUR = 1,25 EUR), also muss der Gewinn über die
Masse kommen.
- Bei Sparplänen werden auch Anteilsbruchteile (z.B. 1,723 Stück)
eines
Fonds gekauft, ansonsten funktioniert der Sparplan nicht. Die Bruchteile
haben eine Art Sonderstellung, diese können z.B. nicht beim Depotwechsel
übertragen werden.
> 2) Welche Kosten erwarten mich denn in Summe? Depotgebühren sind
klar,
> Ausgabeaufschläge bzw. Rabatte darauf auch. Verwaltungskosten der
> Fondsgesellschaft, die direkt aus dem Fondsvermögen entnommen werden,
auch.
> Gibt es darüber hinaus noch Aufwände? Insbesondere: Womit
finanzieren sich
> Online-Broker, die keine Depotgebühren verlagen?
1.) Depotgebühren (sind aber oft 0,00 EUR)
2.) Ausgabeaufschläge (sind auch auf 0% reduzierbar)
3.) Verwaltungskosten
Darüber hinaus gibt es i.d.R. keine Aufwände. In bestimmten, eher
seltenen Fällen verlangt die Bank weitere Gebühren, z.B. sogenannte
Fremdspesen bei Auslandstransaktionen.
Banken/Broker/Discounter, bei denen du deine Fonds im Depot hast,
erhalten i.d.R. von der Fondsgesellschaft regelmäßig einen Betrag.
Diese
Betrag ist ein Anteil der Fondsverwaltungsgebühren. Auf diese Weise
können sich Broker finanzieren, auch wenn sie keine Ausgabeaufschläge
und keine Depotgebühren verlangen. Außerdem haben die Broker meist
noch
weitere Einnahmen, wie z.B. Zinsen von den (schlecht oder gar nicht
verzinsten) Verrechnungskonten der Depots.
> 3) Welche Kosten entstehen, wenn ich von einem in einen anderen Fonds
> umschichte? Ausschließlich die neuerlichen Ausgabeaufschläge,
was hieße, daß
> ich bei 100% Rabatt auf die AA keinerlei Verluste hätte? Oder gibt es
noch
> andere Faktoren?
Das hängt stark von dem Broker ab. Manche verlangen die vollen
Ausgabeaufschläge, manche geben bei Umschichtung einen zusätzlichen
Rabatt. Wenn du 0% AA hast, dann kostet dich die Transaktion nichts.
> 4) Wiederum im Online-Broker-Vergleich habe ich entdeckt, daß
für
> Aktienordern reichlich Gebühren erhoben werden, für
Fondskäufe ja aber
> scheinbar nicht. Wieso wird denn hier ein Unterschied gemacht?
Wir haben bisher vom Fondskauf direkt über die Fondsgesellschaft
gesprochen. Dabei fallen natürlich keine Börsengebühren an. Hier
verdient die Bank meist sehr gut an den Ausgabeaufschlägen. Die sind in
der Regel deutlich höher, als die Gebühren für Aktienorders.
Wenn du Fonds über die Börse kaufst, dann zahlst du dieselben
Gebühren
wie beim Aktienkauf, dafür aber keinen Ausgabeaufschlag. Das kann unter
Umständen sogar empfehlenswert sein, da die Börsengebühren oft
günstiger
sind als die Ausgabeaufschläge.
Gruß,
Christian
Autor: Christian Brosch (2007-01-25 12:20:45)
Autor: Christian Brosch (2007-01-25 12:20:45)
Hallo,
Rico wrote:
> habe mich als Neuling ein wenig bezüglich Fonds-Anlagen eingelesen,
einige
> Fragen sind aber noch offen geblieben:
Ein Teil deiner Fragen wurde schon oft in dieser Gruppe besprochen. Es
wäre nützlich, wenn du mal in alten Postings stöberst.
> 1) Ich möchte monatlich investieren. Genau dafür sind ja
Fonds-Sparpläne
> ausgelegt. Bei einem Vergleich verschiedener Online-Broker ist mir aber
> aufgefallen, daß zwar jeweils Tausende von Fonds angeboten werden,
für einen
> Sparplan aber immer nur 100-200 Fonds zur Wahl stehen.
Ich denke mal, die Sparpläne machen für die Banken einen höheren
Aufwand:
- Die Bank verdient an einer einzelnen Transaktion wenig (z.B. 2,5%
Ausgabeaufschlag auf 50 EUR = 1,25 EUR), also muss der Gewinn über die
Masse kommen.
- Bei Sparplänen werden auch Anteilsbruchteile (z.B. 1,723 Stück)
eines
Fonds gekauft, ansonsten funktioniert der Sparplan nicht. Die Bruchteile
haben eine Art Sonderstellung, diese können z.B. nicht beim Depotwechsel
übertragen werden.
> 2) Welche Kosten erwarten mich denn in Summe? Depotgebühren sind
klar,
> Ausgabeaufschläge bzw. Rabatte darauf auch. Verwaltungskosten der
> Fondsgesellschaft, die direkt aus dem Fondsvermögen entnommen werden,
auch.
> Gibt es darüber hinaus noch Aufwände? Insbesondere: Womit
finanzieren sich
> Online-Broker, die keine Depotgebühren verlagen?
1.) Depotgebühren (sind aber oft 0,00 EUR)
2.) Ausgabeaufschläge (sind auch auf 0% reduzierbar)
3.) Verwaltungskosten
Darüber hinaus gibt es i.d.R. keine Aufwände. In bestimmten, eher
seltenen Fällen verlangt die Bank weitere Gebühren, z.B. sogenannte
Fremdspesen bei Auslandstransaktionen.
Banken/Broker/Discounter, bei denen du deine Fonds im Depot hast,
erhalten i.d.R. von der Fondsgesellschaft regelmäßig einen Betrag.
Diese
Betrag ist ein Anteil der Fondsverwaltungsgebühren. Auf diese Weise
können sich Broker finanzieren, auch wenn sie keine Ausgabeaufschläge
und keine Depotgebühren verlangen. Außerdem haben die Broker meist
noch
weitere Einnahmen, wie z.B. Zinsen von den (schlecht oder gar nicht
verzinsten) Verrechnungskonten der Depots.
> 3) Welche Kosten entstehen, wenn ich von einem in einen anderen Fonds
> umschichte? Ausschließlich die neuerlichen Ausgabeaufschläge,
was hieße, daß
> ich bei 100% Rabatt auf die AA keinerlei Verluste hätte? Oder gibt es
noch
> andere Faktoren?
Das hängt stark von dem Broker ab. Manche verlangen die vollen
Ausgabeaufschläge, manche geben bei Umschichtung einen zusätzlichen
Rabatt. Wenn du 0% AA hast, dann kostet dich die Transaktion nichts.
> 4) Wiederum im Online-Broker-Vergleich habe ich entdeckt, daß
für
> Aktienordern reichlich Gebühren erhoben werden, für
Fondskäufe ja aber
> scheinbar nicht. Wieso wird denn hier ein Unterschied gemacht?
Wir haben bisher vom Fondskauf direkt über die Fondsgesellschaft
gesprochen. Dabei fallen natürlich keine Börsengebühren an. Hier
verdient die Bank meist sehr gut an den Ausgabeaufschlägen. Die sind in
der Regel deutlich höher, als die Gebühren für Aktienorders.
Wenn du Fonds über die Börse kaufst, dann zahlst du dieselben
Gebühren
wie beim Aktienkauf, dafür aber keinen Ausgabeaufschlag. Das kann unter
Umständen sogar empfehlenswert sein, da die Börsengebühren oft
günstiger
sind als die Ausgabeaufschläge.
Gruß,
Christian
Autor: "Rico" (2007-01-25 19:08:19)
Danke für die ausführlichen Antworten!
Autor: Frank Kozuschnik (2007-01-26 12:20:42)
Christian Brosch schrieb:
> Bei Sparplänen werden auch Anteilsbruchteile (z.B. 1,723 Stück)
eines
> Fonds gekauft, ansonsten funktioniert der Sparplan nicht. Die Bruchteile
> haben eine Art Sonderstellung, diese können z.B. nicht beim
Depotwechsel
> übertragen werden.
Prinzipiell lassen sich auch Anteilsbruchteile übertragen, aber
*manche* Banken sind dazu nicht in der Lage.
ähnliche Themen
- Elektro Software
- inmobiliaria mallorca
- seniorenbetreuung
- » Abgeltungsteuer, Fonds und Sparer-Pauschbetrag
- » Re: ZAST auf FONDS
- » Mutual Assets - Kapital fonds und aufheben versicherung verwaltung...
- » Indexfonds vs. aktiv verwaltete Fonds, Finanztest 3/2008, S. 25
- » Panikverkäufe in Großbritannien, Immobilien fonds schließen
- » Meinung zu Riester Rente von Cosmos? Oder ETF-Fonds?
- » Fonds-Namen
- » Re: Riester - Fonds
- » Statistik B?w7xiZXI= Gewinne/Verluste bei Anlagen in Fonds?
- » Falk-Fonds