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Wie nutze ich meine VL-Auszahlung am besten?


Autor: Erik Haiden (2007-10-04 22:20:42)

Hallo,

im Januar 2008 endet die Sperrfrist für meinen VL-Vertrag und ich kann
über ca. 3.000 Euro verfügen. Das Geld ist bis zum Ende der Sperrfrist
in einem Fonds (Uniglobal, 849105) angelegt, der sich die letzten Jahre
auch recht gut entwickelt hat. Gleichzeitig habe ich ein Darlehen für
meine selbst bewohnte Eigentumswohnung laufen (4,5 % effektiv,
Restlaufzeit 9 Jahre). Aus meiner Sicht gibt es 2 Möglichkeiten, was ich
mit den 3.000 Euro machen kann.

1. Das Geld für eine Sondertilgung nutzen. Dafür spricht, dass das eine
sichere Anlage wäre und gängige Meinung ist ja, dass man, bevor man Geld
anlegt, erst seine Schulden abzahlen soll.

2. Das Geld weiter in einen Fonds investieren (entweder in dem
bisherigen oder in einem anderen). Dafür spricht, dass bei Fonds auf
lange Sicht eine höhere Rendite als nur 4,5 % (+ Zinseszinsen natürlich)
sehr wahrscheinlich ist. Außerdem wäre der Ertrag noch steuerfrei, da
die Versteuerung von Fondsgewinnen erst für Wertpapiere gilt, die ab
01.01.09 gekauft werden.

Was meint ihr dazu?

Gruß,

Erik

Autor: Kathinka Wenz (2007-10-05 08:31:55)

Erik Haiden wrote:

> Was meint ihr dazu?

Ich würde immer maximal Sondertilgen, außer ich kann das Geld *sicher*
für mehr Zinsen anlegen, als ich beim Kredit zahle. Und dann würde ich
mit dem Teil tilgen, für dessen Zinsen ich Steuern zahlen müsste.

Gruß, Kathinka

Autor: Kathinka Wenz (2007-10-05 08:31:55)


Autor: Kathinka Wenz (2007-10-05 08:31:55)

Erik Haiden wrote:

> Was meint ihr dazu?

Ich würde immer maximal Sondertilgen, außer ich kann das Geld *sicher*
für mehr Zinsen anlegen, als ich beim Kredit zahle. Und dann würde ich
mit dem Teil tilgen, für dessen Zinsen ich Steuern zahlen müsste.

Gruß, Kathinka

Autor: Juergen Linkens (2007-10-05 09:17:26)

Hallo Erik,

Am 04.10.2007 22:20 schrieb Erik Haiden:

> 1. Das Geld für eine Sondertilgung nutzen. Dafür spricht, dass das eine
> sichere Anlage wäre und gängige Meinung ist ja, dass man, bevor man Geld
> anlegt, erst seine Schulden abzahlen soll.

Die genauen Daten für diese "Anlage" kennst Du ja schon und kannst sie
entsprechend bewerten.

> 2. Das Geld weiter in einen Fonds investieren (entweder in dem
> bisherigen oder in einem anderen). Dafür spricht, dass bei Fonds auf
> lange Sicht eine höhere Rendite als nur 4,5 % (+ Zinseszinsen natürlich)
> sehr wahrscheinlich ist. Außerdem wäre der Ertrag noch steuerfrei, da
> die Versteuerung von Fondsgewinnen erst für Wertpapiere gilt, die ab
> 01.01.09 gekauft werden.

Erkundige Dich genau, welche Nebenkosten hier bei Erwerb und in der
Haltezeit anfallen. Evtl. kommen Verwaltungsgebühren auf Dich zu, auch
können bereits bei der Anlage Gebühren anfallen, die durch spätere
Kurssteigerungen erst wieder erwirtschaftet sein wollen. Falls der Fonds
jährliche Ausschüttungen für Dividenden o.ä. hat, können auch diese zu
einer Steuerlast führen (hängt auch von sonstigen Zinseinkünften ab).
Kläre auch ab, ob beim Verkauf Gebühren anfallen. All diese Faktoren
bilden das Gesamtpaket für die Berechnung der tatsächlichen Rendite.

Es bleibt festzuhalten, dass die Rendite vor Gebühren und Steuern nicht
bekannt ist und durchaus von den genannten 4,5% in beide Richtungen
deutlich abweichen kann.

Viele Grüße,

Jürgen

Autor: Konrad Wilhelm (2007-10-05 11:30:34)

Erik Haiden wrote:

> Was meint ihr dazu?

Wenn die Tilgung deines Kredits völlig sicher und problemlos abläuft
(und dich auch vom Bewusstsein her nicht drückt) dann kannst du ja mit
dem Geld machen was du willst. Z. B. kannst du es auch als "Spielgeld"
betrachten für lukrative riskante Anlagen. Wenns weg ist, ists weg
ohne dass es dich wirtschaftlich stark berührt.
Du kanst natürlich auch davon in die Karibik fliegen, wenn bei uns der
Winter nicht aufhören will.
usw

Geld ist nicht nur zum Anlegen da, sondern auch, um sich Wünsche zu
erfüllen. Im Alter sind etliche Wünsche dann nicht mehr erfüllbar,
weil z. B. die Fittnes für einen Skiurlaub im Banf Natonal Park nicht
mehr ausreicht.

sagt k. aus Erfahrung

Autor: Martin Gerdes (2007-10-05 12:00:03)

Erik Haiden schrieb:

>im Januar 2008 endet die Sperrfrist für meinen VL-Vertrag und ich kann
>über ca. 3.000 Euro verfügen. Das Geld ist bis zum Ende der Sperrfrist
>in einem Fonds (Uniglobal, 849105) angelegt, der sich die letzten Jahre
>auch recht gut entwickelt hat. Gleichzeitig habe ich ein Darlehen für
>meine selbstbewohnte Eigentumswohnung laufen (4,5 % effektiv,
>Restlaufzeit 9 Jahre). Aus meiner Sicht gibt es 2 Möglichkeiten, was ich
>mit den 3.000 Euro machen kann.

>1. Das Geld für eine Sondertilgung nutzen. Dafür spricht, dass das eine
>sichere Anlage wäre und gängige Meinung ist ja, dass man, bevor man Geld
>anlegt, erst seine Schulden abzahlen soll.

ACK.

>2. Das Geld weiter in einen Fonds investieren (entweder in dem
>bisherigen oder in einem anderen). Dafür spricht, dass bei Fonds auf
>lange Sicht eine höhere Rendite als nur 4,5 % (+ Zinseszinsen natürlich)
>sehr wahrscheinlich ist.

Du denkst also an ein Zinsdifferenzgeschäft.

>Außerdem wäre der Ertrag noch steuerfrei, da die Versteuerung von
>Fondsgewinnen erst für Wertpapiere gilt, die ab 01.01.09 gekauft werden.

Die Sondertilgung ist auch steuerfrei (in Deutschland, in der Schweiz
beispielsweise nicht), von einer diesbezüglichen Änderung ist mir bisher
noch nichts bekanntgeworden.

>Was meint ihr dazu?

Ich finde, Du solltest auf den Betrag schauen: 3000 Euro ist bezogen auf den
Wert der Eigentumswohnung (und somit den vermutlichen Schuldenstand des
Darlehens) nicht besonders viel.

Meines Erachtens macht es keinen großen Unterschied, ob Du das Geld zur
Schuldentilgung einsetzt oder im Fonds stehenläßt.

Deine Wohnung hat übrigens auch einen Wert, der sich mit der Konjunktur
ändert. Du merkst das nicht, weil Du nicht verkaufen willst und es auch
keine kontinuierliche Preisfeststellung gibt. Der Preis ändert sich aber
auch in der Zeit -- und zwar in absoluten Zahlen um weit mehr als Deine 3000
Euro Fonds.

--
Martin Gerdes

Autor: Martin Gerken (2007-10-05 19:31:47)

On Fri, 05 Oct 2007 11:30:34 +0200, Konrad Wilhelm
wrote:

>> Was meint ihr dazu?
>
>Wenn die Tilgung deines Kredits völlig sicher und problemlos abläuft
>(und dich auch vom Bewusstsein her nicht drückt) dann kannst du ja mit
>dem Geld machen was du willst. Z. B. kannst du es auch als "Spielgeld"
>betrachten für lukrative riskante Anlagen. Wenns weg ist, ists weg
>ohne dass es dich wirtschaftlich stark berührt.

Und wenn es klappt hast Du dank der Schulden quasi einen Hebeleffekt.

>Du kanst natürlich auch davon in die Karibik fliegen, wenn bei uns der
>Winter nicht aufhören will.
>Geld ist nicht nur zum Anlegen da, sondern auch, um sich Wünsche zu
>erfüllen. Im Alter sind etliche Wünsche dann nicht mehr erfüllbar,
>weil z. B. die Fittnes für einen Skiurlaub im Banf Natonal Park nicht
>mehr ausreicht.
>sagt k. aus Erfahrung

Lieber Konrad, DANKE für diesen Hinweis - wenn man hier liest vergißt
man allzuschnell, daß Geld dem Menschen dienen soll und nicht umgekehrt.

cu, Martin
--
Ubi bene ibi Colonia!
ROT13 for email: znegva.trexra@jro.qr

Autor: Konrad Wilhelm (2007-10-05 19:57:34)

On Fri, 05 Oct 2007 19:31:47 +0200, Martin Gerken
wrote:

>
>>Du kanst natürlich auch davon in die Karibik fliegen,

>- wenn man hier liest vergiÃźt
>man allzuschnell, daÃź Geld dem Menschen dienen soll und nicht umgekehrt.
>
... was natürlich besonders leicht fällt und besonders wirksam ist,
wenn man ausreichend (z. B. für die Tilgung der Hausschulden) davon
hat :-)

sagt k. (aus Erfahrung)

Autor: Erik Haiden (2007-10-06 00:31:46)

Konrad Wilhelm schrieb:
> Geld ist nicht nur zum Anlegen da, sondern auch, um sich Wünsche zu
> erfüllen. Im Alter sind etliche Wünsche dann nicht mehr erfüllbar,
> weil z. B. die Fittnes für einen Skiurlaub im Banf Natonal Park nicht
> mehr ausreicht.
>
>
Ist natürlich richtig, nur da dadurch das Darlehen noch relativ lange
läuft, bringt eine Sondertilgung natürlich besonders viel. Und wenn ich
mit 3.000 Euro Sondertilgung über 1.000 Euro Zinsen spare, ist das schon
ein gutes Geschäft.

Und bei der hohen Lebenserwartung, die man heute in Deutschland hat, ist
die Wahrscheinlichkeit, dass man auch als 60jähriger noch einen
Skiurlaub machen kann, schon recht hoch. Andererseits möchte ich nicht
zu den gehören, die mit 60 Jahren in ein billiges Pflegeheim abgeschoben
werden, wo sich keiner richtig um sie kümmert und die Senioren wie der
letzte Dreck behandelt werden. Hauptsache satt und sauber, alles andere
ist egal :-( Und das alles nur, weil man in jungen Jahren seinen Lohn
jeden Monat immer bis auf den letzten Cent verpraÃźt hat.

GruÃź,

Erik

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